| Was ist Subjektivität? Es gibt ein Phänomen, daß ausschließlich dem Menschen vorbehalten scheint und bei jedem Versuch einer Erklärung menschlichen Seins und Verhaltens zur Sprache kommt: die Subjektivität. Wo immer vom Menschen gesprochen wird, hört man von Subjektivität. Genauer: Wo immer es um Einzelmenschen geht, ist die Rede von Subjektivität. Wenn wir von subjektiven Tatsachen sprechen, sprechen wir von Dingen, die einen einzelnen Menschen betreffen. Mehr noch, wir sprechen von Dingen, die auf das So-ein-Mensch-Sein dieses Einzelnen verweisen. Das heißt, Subjektives ist anderes als Objektives. Subjektives beschreibt also eben gerade nicht das außerhalb und unabhängig vom Menschen Existierende, sondern das mit diesem und durch diesen einen Menschen Existierende, das von diesem einen Menschen Abhängige. Subjektives ist mehr als das allen Menschen von vornherein (objektiv) Gegebene. Menschsein erweist sich häufig als relativ profaner Ablauf von Objektivem und Unabwendbarem. Es ist keineswegs selbstverständlich, daß da einer, der als Mensch zur Welt kommt, wirklich selbst was erlebt und Eigenes zu sagen hat. Ein Menschenleben kann recht schnell vor dem Fernseher vertan sein. Subjektives ist das Eigen(tlich)e eines Menschen. Das Eigene, auch Eigenwillige und Eigentümliche eines Menschen. Eigenes Erleben, eigene Anschauung, eigene Gefühle. Subjektives sind Regungen, die einem selbst zugehören. Das, was der Mensch in sich selbst findet im Unterschied zu anderen. Subjektives ist also Eigensein und damit auch Unterschiedlichsein. Subjektives heißt auch besonderes Sein bzw. Besonderes sein. Subjektivität ermöglicht es dem einzelnen Menschen, sich für etwas irgendwie Bestimmtes zu halten. Subjektives ist nicht selbstverständlich und gleich gar nicht permanent. Subjektives ist nur in bestimmten Momenten tatsächlich. Subjektives objektiviert sich in dem aus dem Einzelnen selbst Hervorgehenden. Das die Welt mit Eigenem voll bringen, zum Beispiel durch das Schaffen eigener Werke. Subjektives ist die Voll-Bringung der Welt mit Besonderem durch die besondere Anwesenheit und das besondere Sein eines Menschen. Wo und wann finden wir das? Viel zu selten! |
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